Hanse beflügelt Alfeld: Festival startet mit fulminantem Teamspiel

Ein rauschendes Fest für die Ohren und ein starkes Zeichen für kulturellen Austausch: Das „Hanse-Klavierfestival 2025“ feierte am Freitag, den 5. Sept. 2025 in der gut besuchten Kurt-Schwertfeger-Aula in Alfeld einen glanzvollen Auftakt. Unter dem Motto „Hanse beflügelt“ erlebten die Gäste eine außergewöhnliche musikalische Reise, die die verbindende Kraft der Hanse eindrucksvoll zum Leben erweckte.

Die Idee für das Festival, das in den kommenden Jahren auch noch in weiteren Partner-Hansestädten stattfinden soll, entstand aus einer herzlichen Begegnung: Im Rahmen des „Hanse-Trecks“, bei dem Lastenräder nachhaltige Produkte von Einbeck bis Lübeck transportierten, entwickelte sich ein enger und herzlicher Kontakt nach Alfeld. Wie Martin Keil, Koordinator der Klavierstadt Einbeck, in seiner Begrüßungsrede erklärte, war schnell klar, dass dieser Kontakt gepflegt und ausgebaut werden sollte. Eine hervorragende Grundlage für die Zusammenarbeit, die von Co-Veranstalterin Tamara Brinkmann, Leiterin der Gerhard-Most-Musikschule, herzlich begrüßt wurde.


Junge Virtuosen am Steinway-Flügel

Ein Höhepunkt des Abends war die beeindruckende Besetzung: Gintaras Januševičius, künstlerischer Intendant der „Klavierstadt Einbeck“, stand gemeinsam mit seinen hochtalentierten Stipendiaten der „Feuerwerk-Akademie“, Maik Kronhart, Mariia Kurhuzova und Phoebe Papandrea, auf der Bühne. Ihr jugendlicher Enthusiasmus und ihre ansteckende Freude an der Musik erfassten das Publikum vom ersten bis zum letzten Stück.

Für das besondere Klangerlebnis sorgte ein eigens aus Einbeck angelieferter 2,74 Meter langer Steinway & Sons D Konzertflügel. Darauf präsentierten die Musiker ein Programm, das die Vielfalt der Hansestädte musikalisch widerspiegelte – von Händel (London) über Grieg (Bergen) bis hin zu Brahms (Hamburg). Die Stücke wurden virtuos zu zwei, vier, sechs und sogar acht Händen gespielt. Der Abschluss des Konzerts, ein achthändiges Werk, riss das Publikum zu begeistertem Applaus hin.

Die humorvolle und zugleich fachkundige Moderation von Gintaras Januševičius führte die Zuhörer mit spannenden Anekdoten und Hintergründen zur Musik und zur Hanse durch den Abend und machte das Konzerterlebnis noch kurzweiliger. Ein emotionales Highlight war die eigens für den Anlass komponierte Melodie, die Januševičius und Maik Kronhart gemeinsam an zwei Flügeln spielten. Die Tonfolge e-a-h-f stand dabei für Einbeck, Alfeld, Hanse und Freundschaft – ein musikalischer Gruß, der die herzliche Verbindung der beiden Städte perfekt symbolisierte.


Eine gelungene Premiere

Auch abseits der Bühne funktionierte das Zusammenspiel bestens. Kulturfreunde aus Einbeck versorgten die Gäste mit leckeren Canapés, während Alfelder Partner die Getränke bereitstellten. Die Veranstaltung, die von der Stadt Alfeld gefördert wurde, schuf eine familiäre Atmosphäre, in der sich Gäste und Künstler direkt austauschen konnten.

„Die Künstler haben uns mit ihrer Leidenschaft einfach mitgerissen“, schwärmte eine Besucherin aus Alfeld. „Man spürte die Freude bei jedem einzelnen Ton. Es war ein einzigartiges Erlebnis.“ Bernd Stellbogen aus Einbeck ergänzte: „Die Idee, unser Festival in andere Städte zu tragen, ist fantastisch. Es war wundervoll zu spüren, wie die Musik uns alle in Alfeld vereint hat.“ Der Konzertabend hat gezeigt, dass die Musik und die Kultur Brücken zwischen Kulturfreunden aus verschiedenen Städten zu bauen vermag. Mit diesem begeisternden Auftakt wurde der Grundstein für eine musikalische Städtepartnerschaft gelegt, die die Hanse-Idee im 21. Jahrhundert lebendig hält. Fortgeführt wurde das Hanse-Klavierfestival sodann am Folgetag in Einbeck mit einem Kinder- und Jugendkonzert am Vormittag und dem Solorezital „Hanse dramatisch“ des lettischen Pianisten Daniil Mickevich am Abend.

Beatles trafen Schubert – und Einbeck hat ein cooles Piano-LAB

Einbeck hat ein neues Klanglabor – und das gleich mitten in der Innenstadt. Zwischen Notenständern, Tastenklängen und einem BOSTON Konzertflügel ging am vergangenen Samstag das allererste Konzert im neuen Piano-LAB Einbeck über die Bühne – oder besser gesagt: durch den Raum. Denn hier geht es nicht um klassische Bühnenhierarchien, sondern um Begegnung auf Augenhöhe – von Mensch zu Mensch, von Taste zu Taste.

Artist in Residence Maik Kronhart präsentierte unter dem Titel „Beatles meets Schubert“ ein ansprechendes Programm, das scheinbar weit entfernte musikalische Welten nebeneinanderstellte – ohne Anspruch auf endgültige Antworten, aber mit hörbarer Neugier und Spielfreude. Ein Auftakt, der gut zum Konzept des Piano-LABs passt, das Offenheit und Experimentierfreude fördern will.

Mit dem Piano-LAB ist in Einbeck ein Raum entstanden, der Klaviermusik nicht nur erklingen lässt, sondern erlebbar macht. Hier stehen nicht nur mehrere frisch gestimmte Klaviere bereit, sondern auch die Türen offen – für alle, die sich für das Klavierspiel begeistern. Ob jung oder alt, Anfänger oder Virtuose, Chopin-Fan oder Jazz-Liebhaber: Im Piano-LAB ist Platz für Austausch, Ausprobieren und gemeinsames Musizieren.

Regelmäßig sollen hier ab jetzt junge Pianistinnen und Pianisten Gelegenheit bekommen, an hochwertigen Instrumenten zu üben – ohne Mietsorgen, aber mit jeder Menge musikalischem Rückenwind. Auch Workshops, spontane Jams, Gesprächsabende und Kooperationen mit Musikschulen sind geplant. Ein Begegnungsort also, bei dem nicht nur die Klaviere gut gestimmt sind, sondern auch die Menschen.

„Die ersten Töne sind erklungen – wir freuen uns nun weiterhin auf ordentlich Musik und Dialog im Einbecker Piano-LAB.“ so der Kulturschaffende und LAB-Organisator Martin Keil. Mehr Infos zum Piano-LAB finden sich unter www.klavierstadt.de